Unterlassung bestimmter Suchwortkombinationen

Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal über des in Betreff genannten Themas auf meinem Blog berichtet. Es geht darum, dass Personen oder auch Firmen nicht mit bestimmten negativ belasteten Worten bei der Suche nach Ihnen in der Suchmaschine Google geführt werden wollen. Im Rahmen der Autocomplete Funktion werden dem Suchenden bestimmte Worte zu dem Suchbegriff vorgeschlagen, um die Suche einzuschränken und so das Suchergebnis zu verbessern. Diese vorgeschlagenen Worte oder auch Begriffe werden über die anderen Suchen herrausgefiltert. Also wenn die User oft nach einer bestimmten Wort- oder Begriffskombination suchen, dann wird diese auch bei anderen Suchenden vorgeschlagen.
Bekannt geworden wurde die Disskussion, ob die ehrverletzende Person die Zuordnung bestimmter Begriffe zu Ihrem Namen dem Betreiber des Suchprotals verbieten kann (Google) in einem Rechtsstreit zwischen Google und Frau Schröder, deren Name mit dem Wort „Prostituierte“ verbunden wurde.

In dem aktuellen Fall vor dem Oberlandesgericht Köln klagte eine Aktiengesellschaft (1), die im Internet Nahrungsergänzungsmittel vertreibt, sowie deren Gründer und Vorstandsvorsitzender (2) gegen die Firma Google Inc.

Bei der Eingabe in die Suchmaske von Google schlug/schlägt die Autocomplete-Funktion ebenfalls die Worte „Scientology“ und „Betrug“ vor. Der Kläger (2) sah in diesem Punkt eine Persönlichkeitsverletzung und die Klägerin 1 sah in dieser Anzeige eine Beschädigung des geschäftlichen Ansehens.

Die Klage (2) richtete sich auf die Unterlassung dieser Autokomplete-Funktion mit diesem Begriffen, wie auch auf Zahlung der Anwaltskosten. Die Klägerin (1) begehrte darüber hinaus eine Geldentschädigung.

Die weitergehende Klage hat der 15. zivilsenat in seinem Urteil vom 8.04.2014 abgewiesen. (Az: 15 U 199/11).

Das Langericht Köln und auch das Oberlandesgericht Köln war der Auffassung, dass keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte vorliegt. Die Begründung für die Entscheidung lieg darin, dass die der Suchmaschine zugrunde liegende Programmierung nur automatisch das Nutzerverahlten auswerte und dies dies Nutzer wüssten. Daraus schließt das Gericht, dass diese bestimmten Wortkombinationen mit keiner inhaltlichen Aussage verbunden werden.

Auf die Revision der Kläger beim Bundesgerichtshof, hob dieser die Entscheidung auf und verwies zur erneuten Verhandlung das Verfahren an das OLG Köln zurück.

Der BGH war der Auffassung, „dass der Autocomplete-Funktion ein fassbarer Aussageinhalt innewohne und jedenfalls ab dem Zeitpunkt ein Unterlassungsanspruch bestehen könnte, in welchem die Beklagte von konkreten Verletzungen von Persönlichkeitsrechten durch Suchwortergänzungen Kenntnis erlangt habe.“

Das OLG Köln prüfte nun, inwieweit Google seinen Pflichten zur Überprüfung von konkreten Beanstandungen hinreichend nachgekommen war. Nach dieser Prüfung wurde zwar gerügt, dass die Firma Google Germany GmbH nicht unverzüglich gehandelt habe, um die Begriffe zu entfernen, sie dies aber später nachgeholt hat. Ein Anspruch war mit der von Google verfassten Email auf Ablehnung der Entfernung entstanden, aber durch die spätere Entfernung sei kein Anspruch auf zahlung einer zusätzlichen Geldentschädgung entstanden, da das Verschulden der Beklagten nicht besonders schwer wiege und der Rechtsverstoß beseitig worden sei und in seinen Auswirkungen begrenzt war.

 

Zusammenfassend:
Laut des Bundesgerichtshofes entfaltet die Autocomplete-Funktion bei Google eine ausreichende inhaltliche Wirkung für eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes. Daraus entwickelt sich ein Anspruch auf Unterlassung, bzw. auf Entfernen des Eintrages gegen den Suchmaschinen betreiber. Für einen darüberhinaus gehenden Anspruch auf eine Geldzahlung muss jedoch ein anhaltender Rechtsverstoß vorliegen und dieser Auswirkungen zeigen.

 

Quelle:
PM OLG Köln Entscheidung vom 08.04.2014
http://www.olg-koeln.nrw.de/behoerde/presse/004_zt_letzte-pm_archiv_zwangs/002_archiv/index.php

Urteil des 15. Zivilsenates des OLG Köln: 15 U 199/11

 

[Buchtipp] Urheber- und Urhebervertragsrecht Schack

Urheber-und Urhebervertragsrecht
Haimo Schack
6. Auflage 2014
Mohr Siebeck, 978-3-16-152502-5
Preis: 44 Euro

1o Jahre das der Autor Haimo Schack an seinem Werk gearbeitet, bevor er die erste Auflage im Jahr 1997 veröffentlichte. Nun besteht das Werk in der 6. Auflage aus dem Jahr 2013. Das Fachbuch hat einen Umfang von 724 Seiten und ist in neun Teile mit jeweils mehreren Kapiteln unterteilt.

Formal gesehen besitzt das Buch zu Beginn ein Verzeichnis der abgekürzten zitierten Literatur und ein Abkürzungsverzeichnis. Am Ende des Buches nach dem neuen Kapitel zum Ausblick schließt sich ein Gesetzesverzeichnis, ein Entscheidungsverzeichnis und ein Sachverzeichnis an.

Als Beispiel für ein Kapitel habe ich mich für das Kapitel „Das Urheberrecht“ entschieden. Dieses beginnt zunächst mit einem umfangreichen, aber sorgfältig ausgewählten Schrifttum-Angabe. Viele Studierende schauen sich zu unrecht dieses oft nicht an. Hier finden Sie jedoch die entscheidenden Aufsätze, die sie nicht alle komplett lesen müssen, aber Teile davon sollten von dem interessierten Studierenden gelesen werden um die verschiedensten Meinungen auf detaillierter zu kennen. Für den klassischen Studierenden oder auch Referendar genügt es das Lehrbuch durchzuarbeiten, denn auch dieses nutzt die angegebene Literatur und die Meinungen geschickt. Diese werden in die jeweiligen Abschnitte vom Autor geschickt eingebaut.

Betrachtet man die Texte aus der inhaltlichen Sicht sind diese so geschrieben, dass es sich leicht lesen und erfassen lässt. Formal gesehen sind alle Abschnitte mit Randnoten gekennzeichnet, um gesuchte Inhalte einfacher zu finden. Ein kleiner Kritikpunkt mag sein, dass bei vergleichbaren Büchern die Keyword fett hervorgehoben sind und in diesem Fachbuch nicht. Hier arbeitet der Autor eher mit der Sprache und mit kleinerer Schrift in bestimmten Abschnitten.

Besonders fällt auf, dass das Fachbuch an einigen Seiten wie der Seite 310 über sehr viele Fußnoten verfügt. Auf dieser speziellen Seite umfassen diese 2/3 der Seite. Dies mag dem ein oder anderen Leser störend vorzukommen. Ich persönlich finde dies gerade sehr gut, da hier der Anspruch des Autors deutlich wird ein umfassendes fast absolut perfekte Fußnoten anzubieten. Ein kleiner Prozentsatz bleibt immer nicht perfekt, da sich nach der Drucklegung immer etwas verändert. So fehlt zum Beispiel die 13. Rundfunkentscheidung, die man hätte noch einarbeiten können. Jedoch wird dies mit 100% Sicherheit in der nächsten Auflage gesehen.

Zusammenfassung und Empfehlung:
Das Fachbuch ist für Studierende, wie auch Fachanwälte geeignet und erfüllt den Anspruch nicht nur als Nachschlagewerk, sondern auch als Lehrbuch zu glänzen. Wer als Studierender wenig Interesse hat und den Schein als Pflichtschein sieht, sollte sich dieses Lehrbuch dennoch anschaffen, denn etwas besseres wird er nicht wirklich finden können.

[Veranstaltungstipp] Jahrestagung des Institutes für Rundfunkrecht

Datenschutz im digitalen Zeitalter – global, europäisch, national

Auch in diesem Jahr veranstaltet das Institut für Rundfunkrecht wieder eine Jahrestagung. Diesmal findet diese beim WDR selber statt. Das Thema könnte nicht aktueller sein, es um den Datenschutz und die Herausforderungen in der aktuellen Zeit. Weiterhin spielt die aktuelle Reform des europäischen Datenschutzrechtes aus meiner Sicht auch eine wichtige Rolle und wird behandelt.

Die Speakerliste ist hervorragend:

  • Dr. Thilo Weichert (seit 2004 Landesbeauftragter für den Datenschutz in Schleswig-Holstein)
  • Ralf Bendrath (Büro des MdEP Jan Philipp Albrecht)
  • Professor of Law Paul M. Schwartz (UC Berkely School of Law)
  • Prof. Dr. Karl.-E. Hain (Direktor des Institutes für Rundfunkrecht)
  • Prof. Dr. Matthias Cornils (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
  • Prof. Dr. Indra Spiecker (Direktorin der Forschungsstelle Datenschutz, Uni Frankfurt am Main)

 

Programmflyer:
http://www.rundfunkrecht.uni-koeln.de/fileadmin/sites/rundfunkrecht/Tagung_2014/Programmflyer.pdf

Die Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung wie auch weitere Informationen findet Ihr hier:

http://www.rundfunkrecht.uni-koeln.de/7140.html

Tipp für Anwälte:
Der Besuch der Tagung berechtigt zum Erhalt einer FA-Bescheinigung, jeh nach Anerkennung der Anwaltskammer

Student Technology Conference 2014

STC 2014

In der vergangenen Woche fand die STC 2014 in Verbindung mit dem nationalem Finale des Imagine Cup statt. Im Rahmen dieser Konferenz können Studierende mit Mitarbeitern und Partnern von Microsoft zusammen treffen, sich austauschen und die neusten Informationen rund um Developer und IT Pro Themen erhalten.

Alle Informationen und die AGENDA finden Sie hier: www.stc2014.de

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Ich konnte mit mehreren Vorträgen zu der Konferenz als Speaker und Mitorganisator beitragen und wir konnten auch einen Kollegen von Osborn & Clark für einen Vortrag gewinnen.

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Aufzeichnungen der STC findet Ihr hier:

[Buchtipp] Galileo: Windows Server 2012 R 2

Windows Server 2012 R2
– Das umfasende Handbuch –
4. aktualisierte Auflage 2014Autor: Ulrich B. Boddenberg
Verlag: Galileo Computing
ISBN: 978-3-8362-2013-2
Preis: 59,90 Euro

 

 

Anforderungen für mich
Vor ca. drei 1/2 Wochen konnte ich in den Besitz des im Titel genannten Buches kommen. Ich benötigte dieses Buch als Nachschlagewerk, zur Prüfungsvorbreitung und als Empfehlung in meinen IT Kursen rund um den Windows Server und Office 365.

 

Formal
Mit diesen Anforderungen nahm ich mir das 1392 seitige Fachbuch zur Brust. Es besitzt 23 Kapitel mit etlichen Unterkapiteln. Neben dem Einführungskapitel und dem Kapitel zu Editionen, sowie Hardwareanforderungen beginnt der Autor die Inhalte in der Reihenfolge einer Serverinstallation zu erläutern. So heißt auch das Kapitel 6 „Installation“ und das Kapitel 8 „Active Directory-Domänendienste“. Rein formal gesehen ist das Fachbuch sehr gut aufgebaut und der sachkundige Leser, wie auch der Windows Server Anfänger wird geholfen. Eben für Personen, die bisher noch nicht viele mit dem Windows Server ob mit 2008 oder 2012 gemacht haben, sind bei diesem Buch gut aufgehoben. Auch wenn das Buch Windows Server 2012 R 2 heißt, behandelt es auch alle Grundlagen des Windows Server allgemein und berichtet nicht nur von den Neuerungen von Windows Server 2012 auf Windows Server 2012 R2.

 

 

Inhalt
Nun schaue ich mir den Inhalt des Buches etwas genauer an. Zu Beginn erläutert der Autor anschaulich warum man einen Windows Server nutzen sollte und für welche Aufgaben und Rollen dieser gemacht wurde. Sehr interessant für mich war diesbezüglich auch die kleine Historie mit den alten Screenshots des NT 3.5 Servers, welche auch hilfreich sind zu verstehen, warum heute im aktuellen Server bestimmte Dinge so geregelt sind, wie sie es sind. Das an dieser Stelle kein Vergleich zur Konkurrenz gezogen wird wie Linux oder Apple Servern ist für mich in Ordnung, da man alleine dafür wohl ein eigenes Buch hätte schreiben können. Der Autor fokusiert inhaltlich nicht nur an dieser Stelle sehr gut auf das Wesentliche und schweift nicht vom Thema ab.

Ich springe nun einmal etwas tiefer in die Active Directory Domänendienste und die Struktur einer Domäne, also für einen Unwissenden zu einer schwierigeren Thematik. Diesbezüglich arbeitet der Autor geschickt mit Beipielen und nutzt hierzu den typischen EInsatzbereich des Windows Servers im Unternehmen.

Inhaltlich ist das Fachbuch sehr gut und verständlich geschrieben. Ich schaffe es auch die Seiten quer zu überfliegen um für mich relevante Inhalte zu finden. Alle Themen werden aus meiner Sicht für ein umfassendes Handbuch gut verfasst, man sollte jedoch nicht erwarten, dass jedes auch so kleine Spezialthema in diesem Buch zu finden ist. Um tiefer in Themen wie Exchange oder Mobilephones, System Center oder auch Intune einzusteigen muss man sich das jeweilige Fachbuch erwerben oder ergänzend bei TechNet nachschauen.

 

Zusammenfassung + Empfehlung
Ich kann dieses Fachbuch bedingungslos als Nachschlagewerk für Profis und als Buch für Anfänger empfehlen. Mit vielen Screenshots und Grafiken werden auch komplizierte Sachverhalte einfach und anschaulich erläutert. Oft versteckte Inhalte in Menüs oder zustätzliche Tools aus dem Microsoft Download Center werden preisgegeben. Für mich als Person zwischen zwei Welten wäre der ein oder andere rechtliche Hinweis sinnvoll, aber dies war nicht meine Anforderung an das Buch und wird die der Leser auch nicht sein. Dies nehme ich jedoch gerne zum Anlass mein eigenes Buch zu schreiben.

MCT Prüfung: checkpraktische Arbeit: check
Anfänger & Profi: check
bei Freunden glänzen: check

OPENBOOCK Link:
http://openbook.galileocomputing.de/windows_server_2012r2/

 

 

 

MVP Spotlight April 2014

Etwas stolz und auch froh, ich wurde für April zum MVP Spotlight gewählt:

MVP April 2014

Deutsch:
http://mvp.microsoft.com/de-de/spotlight/Raphael%20Koellner-20140331142559

Englisch:
http://mvp.microsoft.com/en-us/spotlight/Raphael%20Koellner%20-20140324171053

Der Dank geht hier an die vielen Mitstreiterinnen zum Thema Office 365, meinen MVP Kollegen, meinen Kollegen im Job und an das MVP Team aus DACH Katrin und Anna!

Neue Scripte zum Internetrecht & IT-Recht kostenlos zum Download

Seit ca. 6 Tagen sind neue Scripte kostenlos zum Download verfügbar. Prof. Dr. Hoeren vom IT Rechtslehrstuhl an der Universität Münster stellt diese zur Verfügung:

Skript Internetrecht April 2014:
http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/itm/wp-content/uploads/Skript-Internetrecht-April-2014.pdf

Skript IT-Recht April 2014:
http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/itm/wp-content/uploads/Skriptum-IT-Vertragsrecht2.pdf

Office 365 – Die neue Art zu Arbeiten – Live Webcast

rakoellner_blog_O365

Ich finde es persönlich sehr schön, wenn Microsoft meine Ideen übernimmt. Nein Spaß beiseite, es ist schön, dass es immer mehr Veranstaltungen rund um Office 365 auch hier in Deutschland gibt. Man erkennt wie wichtig das Tool geworden ist, wenn man sieht das auch Unternehmen wie Henkel mit 47000 Mitarbeitern zu Office365 migrieren oder auch mein Emailpostfach mit Anfragen zu dem Thema sich der 1800 Marke füllt. Keine Angst am Wochenende werde diese immer abgearbeitet.

Ich bin wohl auch dabei und freue mich auf viele Fragen und Anregungen rund um das Thema „Die neue Art zu Arbeiten“ oder auch „Der perfekte Arbeitsplatz“.

Facebook – Event: https://www.facebook.com/events/620695378012472/?ref=3&ref_newsfeed_story_type=regular

Anmeldung + Webseite: http://www.microsoft-on-tour.de/webinare/Office365.aspx?T=fbe

Bildquelle: Microsoft-Webseite (http://www.microsoft-on-tour.de/webinare/Office365.aspx?T=fbe)

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Mehr zu Office 365 kennenlernen:

Anmeldung zur Office 365 Konferenz mit drei O365 MVPs: www.office365-on-tour.de
Diese findet am 25.4.2014 in Köln statt.

Yammer als Social Enterprise Tool

Heute in einem großen oder kleineren Unternehmen wird die Kommunikation bisher im Hauptteil per Telefon oder per Email oder sogar noch per Umlaufverfahren erledigt. Stellen wir uns also so ein Unternehmen und dessen Alltag der Mitarbeiter einmal vor.

 

Das Umlaufverfahren kennen einige von euch bestimmt noch aus vielen Behörden und älteren Unternehmen. Es gibt einen Hauspostumschlag mit mehreren Feldern und die Personen erhalten die Informationen nach einander in ihr Postfach gelegt. Anschließend öffnet man den Umschlag und liest den Inhalt. Danach muss der Umschlag abgezeichnet werden und geht an die nächste Person per Hauspost. Bis 10 Personen die Informationen haben, können mehrere Tage ins Land ziehen. Per Telefon ist dies wesentlich schneller, aber auch hier werden in der Regel keine Konferenzen gemacht, sondern die typische Telefonkette zieht durchs Büro. Letztlich in einigen Unternehmen, eigentlich in fast allen, die ich nun kenne gibt es Emailverteiler. Die Informationen werden per Verteiler an viele bis zu mehrere tausend Mitarbeiter gleichzeitig geschickt. Oft kommt es dann zu  lustigsten Gegebenheiten, die auf Dauer aber eher nerven. So schreiben Kollegen gerne +1, wenn sie der Person zustimmen wollen oder es wird nicht sauber unterschieden zwischen „Senden an alle“ und „Senden an eine Person“.

Dies führt sehr oft zu vollen Postfächern und damit zu Unmut bei den Kollegen. Der Unmut ist jedoch nicht der schlimmste Faktor, sondern die aufkommende Zeit, die für das Sichten der Emails nötig ist oder auch der Faktor, dass die Emails einer Liste überhaupt nicht mehr gelesen werden.

Nun gibt es eine Lösung: Social Enterprise!

Viele Firmen haben erste Anfänge schon vor gut zwei Jahren gemacht und neben offline Infowänden in den Gängen auf die Mitarbeiter „posten“ konnten auch IT-Tools eingesetzt. In Lotus Notes gibt es zum Beispiel Chat Integrationen oder man nutze sogar unsichere Varianten wie Twitter, WhatsApp, Facebook-Gruppen oder Google-Kreise. Der Vorteil liegt bei dieser Nutzung klar auf der Hand, fast jeder Mitarbeiter hat ein WhatsApp Konto oder auch ein Facebook Konto, wer nicht mitgemacht hat, der musste sich eines anlegen. Facebook baut dies aktuell sogar aus, indem es in der vergangene Woche Facebook for Business anbietet.

Der Nachteil liegt jedoch auch ebenso klar auf der Hand: Security & Compliance. Diese gängigen Tools sind entweder offen schon mit Google oder Bing durchsuchbar oder man weiß, dass nicht nur die NSA die Daten gerne benutzen will. Die Konkurrenz ist hier auch nicht immer fern.

Nun gibt es und gab es Yammer. Das Unternehmen wurde vor einiger Zeit von Microsoft aufgekauft und in Office 365 integriert. In Office 365 hat man nun zwei Varianten des Social Enterprise zur Auswahl:

  • SharePoint News
  • Yammer

Hier beide Tools einmal im groben Überblick:

  • SharePoint:
    Posten, eigener Blog, Liken, Posts kommentieren, Daten teilen, Personen und Posts verfolgen, keine eigenen Apps, direkte Integration im SharePoint (Online), keine Einrichtung nötig, SharePoint-Teamwebsite (gemeinsames Arbeiten an Dokumenten)
  • Yammer:
    Yammer Basic: Apps für alle gängigen Betriebssysteme, gutes Layout, Yammer Gruppen, Daten teilen, liken, posten, Posts kommentieren, Notes (gemeinsames Arbeiten an Dokumenten)Yammer Enterprise: Basic + Security

Yammer wird aktuell eingesetzt zum Beispiel von: DHL, Shell, razorfish usw.

Ich persönlich finde, dass Yammer durch die Nutzung per App über sehr viele Devices die größt mögliche Flexibilität und Sicherheit gerade im Enterprise Plan bietet. Es wäre aktuell das Tool meiner Wahl.

Yammer Security (https://about.yammer.com/product/security/)

  • Alle Verbindungen sind via SSL/TLS verschlüsselt / auch die Emails
  • Yammer wird nach den Entwicklungen aus Best Pratice in der gesamten Konstruktion und dem Prototyping gebaut. / Quasi Sicherheit by Default, welches die EU Kommission sich wünscht
  • Kundendatenschutz per Low-Level Firewalls, dass die Daten der Yammer-Netzwerke getrennt bleiben und sensible Daten nie aus einem Yammernetzwerk ausberechen
  • Separate Anmeldung & Datenserver
  • gehärtere Linux-Server im Hintergrund + Patches innerhalb von 24 Stunden
  • Offsite Datenzentrum SSAQ16 SOC1 mit 24h Videoüberwachung, biometrische + PIN Schlösser, strenge Kontrollen, Tests durch Drittfirmen
  • regelmäßige interne und externe Schwachstellen Scans
  • Datenspeicherung mehrmals am Tag auf stark gesicherten Festplatten. Backups werden nach 6 Monaten gelöscht.

 

 

schönes Video:
http://ignite.office.com/webcasts/enterprise-social-from-microsoft-with-yammer

Upgrade auf Yammer Enterprise:
http://office.microsoft.com/en-us/office365-suite-help/upgrade-your-network-to-yammer-enterprise-HA104118334.aspx

oder von meiner MVP Kollegin Martina Grom in Deutsch:
http://blogs.technet.com/b/austria/archive/2013/11/09/wie-sie-yammer-in-einem-office-365-enterprise-plan-aktivieren.aspx

Yammer:
https://www.yammer.com/?return_home=true

Yammer & Office 365
https://about.yammer.com/product/office365/

 

 

Nachlese Enactus Office 365 Launch

Enectus-O365

Am Samstag war ich morgens bei einem meiner LNU Kurse zu Office 365 und im Anschluss fuhr ich von Köln aus direkt nach Essen um meinen Kollegen Hans und den IT Admin David von Enactus zu unterstützen. Enactus und die Admins hatten sich vorgenommen, das gemeinsame Arbeiten und die Kommunikation durch Office 365 und konkret mit Lync und einem internen SharePoint bei Enactus zu fördern. Bisher bestand dies wohl aus einem üblichen Stückwerk aus Skydrive, Googledive, Skype, Hangout usw.

Neben der aus meiner Sicht sehr guten Vorbereitung durch Hans und David wurden 120 Team-Admins der einzelnen Vertretungen an den Hochschulen in Deutschland zu Office 365 geschult. Der Hauptpunkt bei diesen größeren Einführungen neuer Systeme liegt im Chance Management und dann erst in zweiter Linie in der technischen Umsetzung. Die neuen User sollten im optimalen Fall das System annehmen und ohne lange Einführungen direkt loslegen können. Dies war zu gut 90% der Fall, den kleine Anpassungen und Rechtevergaben müssen immer konkret am Tag gemacht werden.

Die Teilnehmer und zukünftigen Administratoren Ihrer Teams und deren O365 Accounts waren aufgeschlossen und mittel bis gut IT affin. Ich denke, dass nach den ersten Wochen, in denen im laufenden Betrieb immer noch kleine Anpassungen gemacht wird, das System sehr gut laufen wird und Enactus hier optimal intern aufgestellt ist, um Projekte durchzuführen und zu kommunizieren.

Webseite: http://enactus.de/

Bildquelle: Facebook, Foto: Hans Laubisch