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Das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg startet Pilot mit Office 365 EDU

Das Kultusministerium des Bundeslandes Baden-Württemberg hat am 30.10.2020 mit einem Artikel auf deren Webseite für Aufregung gesorgt. Dies passiert immer, wenn das eine Lager gegen Office 365 EDU ins Feld zieht und so auch hier wenn das Lager für Office 365 EDU ins Feld zieht. Die Nation ist gespalten, wenn es um den Einsatz von Office 365 EDU aus dem Hause von Microsoft handelt. 

Aktueller Sachstand in Baden-Württemberg 

Das Kulturministerium hat entschieden eine Pilotphase mit Microsoft 365 EDU mit 20-30 Projektschulen in ihrem Bundesland zu beginnen, um konkret zu prüfen, wie ein Einsatz aussehen kann und auch wie dieser Konform mit dem deutschen Datenschutz aussehen kann. Dazu hat man im Ministerium, wie auch zuvor bei dem Einkauf des Messengers Telegram für alle Lehrer des Landes den Landesdatenschutz unter Stefan Brink hinzugezogen.

Bei dem geplanten und in der Pilotphase getesten Umfang geht es um:

“Hier geht es um die dienstliche E-Mail-Adresse für Lehrkräfte, klassische Büro-Werkzeuge wie Word, PowerPoint, Excel sowie um einen Datenspeicher und Teams als Videokonferenz- und Kollaborationssystem. ”

Neben dem Landesdatenschutz wurde ein externer Partner für eine DSFA nach Artikel 35 DSGVO hinzugezogen, so das Ministerium “Für die Bausteine, bei denen Lösungen von Microsoft 365 zum Einsatz kommen sollen, hat das Kultusministerium mit externen Partnern eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) erarbeitet.”

 

Datenschutz aus Sicht des KMU

Der Pilot beachtet den Datenschutz: 

„Wir freuen uns, dass der Landesdatenschutzbeauftragte grünes Licht für unseren Piloten gegeben hat. Das ist ein gutes Signal für die vielen Schulen und Schulträger im Land, die seit längerem bereits Rechtssicherheit beim Einsatz von Microsoft 365 fordern. Zahlreiche Schulen nutzen bereits MS 365-Anwendungen oder würden sie gerne einsetzen, da sie sich intuitiv bedienen lassen und damit den schulischen Alltag ohne Hürden unterstützen“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügt an: „Wir sind uns der Dringlichkeit bewusst, den Schulen leistungsfähige Lösungen anzubieten. Datenschutz und Datensicherheit haben allerdings Vorrang vor Schnelligkeit. Deshalb haben wir uns bei der Klärung aller datenschutzrechtlichen Fragen die notwendige Zeit genommen. Unser Ziel war und ist es, eine datenschutzkonforme Lösung mit einem stimmigen Datenschutzkonzept zu finden. Dafür haben wir die Expertise des LfDI von Anfang an eingebunden. Dieser aufwendige Weg hat sich gelohnt.“

 

Datenschutz aus Sicht des LfDI

Der LfDI hat selber einen Artikel veröffentlicht, indem die Behörde eine Stellungnahme zu dem Thema abgibt und ihre Sicht schildert. 

Der LfDI sagt hierzu

“LfDI Stefan Brink begleitet das mehrwöchige Pilotprojekt, nachdem zusammen mit dem Ministerium umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen getroffen wurden. Er berät das Kultusministerium zu datenschutzrechtlichen Fragestellungen und führt gleichzeitig Gespräche mit Microsoft zur Verbesserung der rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen weiter.”

“Bei der digitalen Kommunikation entstehen viele persönliche Daten, die gerade im Schulverhältnis besonders zu schützen sind: LehrerInnen kommunizieren mit SchülerInnen, Eltern, anderen LehrerInnen, mit den Schulbehörden und mit dem Kultusministerium. SchülerInnen kommunizieren ebenfalls untereinander. Ein gemeinsamer Standard in der digitalen Arbeit und der Datenverarbeitung vereinfacht den Lehrenden unmittelbar die Arbeit und sichert gleichzeitig die Schülerrechte.

LfDI Stefan Brink: „SchülerInnen, Eltern und Lehrende erwarten zu Recht sichere und praktikable digitale Softwarelösungen. Wir begleiten das aktuelle Pilotprojekt an den Schulen gerade auch in Zeiten der Pandemie weiter und wollen sehen, wie die vom Ministerium eingesetzte spezielle Version von MS Office 365 in der Praxis tatsächlich funktioniert.“”

 

Kommentar  Raphael Köllner

Es ist durchaus positiv, dass sich das Kulturministerium BW auch mit Microsoft Office 365 EDU beschäftigt und dies in Begleitung des Landesdatenschutzbeauftragten.  Dennoch sind auch die Pressemitteilungen unterschiedlich zu lesen und auch ob nun eine DSFA vorliegt oder nicht. Denn an den üblichen Argumenten von Cloud Act und Geheimdiensten bis Einwilligung der Schüler und ob überhaupt eine DSFA möglich ist scheiden sich die Meinungen. 

Wir werden sehen, wie das Kultusministerium mit den Herausforderungen umgeht. Auf Twitter war der Projektleiter jedenfalls voller Zuversicht und freut sich das der Pilot mit 20-30 Schulen beginnen kann.

Ich selbe frage mich auch, was diese spezielle Version sein soll? Hat Microsoft hier eine dedizierte Umgebung zur Verfügung gestellt? Dies schürt leider wieder Gerüchte. 

Letztlich fände ich eine eher unkompliziertere Lösung, wenn  sich unter dem Haus des Bundesbildungsministeriums zentral alle Schulen und Hochschulen als Träger zusammenfassen würden und die Microsoft Cloud Deutschland bei Microsoft abkaufen.  Diese kann dann mit Teams und Co als Softwareupdate noch durchgeführt werden und die Techniker von der deutschen Telekom übernommen, so dass die Cloud zu gut 95% ohne Microsoft betrieben werden kann. Die nur im 6 Augen Prinzip Updates einspielen und es als EDU closed Cloud betrieben wird.

  • Hosting durch das Bildungsministerium bzw. deren GmbH
  • Support und Betrieb durch die GmbH
  • Updates und Top Support durch MS nur im Treuhandmodell (das Zentrum wird übernommen.)
  • Alle Angestellten gehören zur GmbH des Bildungsministeriums
  • alle Schulen in Deutschland bekommen das gleiche Angebot und können zusätzlich Jitizi und Bigbluebutton wählen, das aber zenrtal und damit wirklich sicher betrieben wird. 

 

Quellen

https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+10+30+Gruenes+Licht+fuer+Microsoft+365-Piloten+als+Teil+der+Digitalen+Bildungsplattform

https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/lfdi-begleitet-pilotprojekt-des-kultusministeriums-zur-nutzung-von-microsoft-office-365-an-schulen/

 

 

 

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