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Das Ende von Office 365 EDU in Baden Württemberg zum kommenden Schuljahr 2022

Es gab ein Pilotprojekt für 40 Schulen in Baden-Württemberg zur Nutzung von Microsoft 356 EDU und speziell von Microsoft Teams gerade für den Fernunterricht. 

Das Projekt

Im Rahmen des Projektes wurde das Kultusministerium vom Landesdatenschützer Stefan Brink und seinem Team unterstützt, um eine für besondere Betroffenengruppe Schüler:innen/Minderjährige, datenschutzkonforme Nutzung herzustellen. Ebenfalls Microsoft Deutschland und Microsoft Corp. waren beteiligt und sollten bei der Umsetzung helfen, wie auch ein internationales Beratungshaus. 

Schon vor über einem Jahr wurde im Prozess eine DSFA erstellt und der LDSB positionierte sich, dass eine Umsetzung datenschutzkonform nicht möglich ist. Man hätte nun eine Übergangsfrist und dann müssten die 40 Schulen auf datenschutzkonforme Alternativen umsteigen. Diese musste damit auch das Kultusministerium finden und anbieten, denn für eine Schule oder Bildungseinrichtung allgemein ist es nicht möglich für sich alleine Videokonferenz und Zusammenarbeitslösung bereitzustellen. 

Der Alltag an Schulen sieht so aus, dass bekannte Consumer-Werkzeuge wie WhatsApp, Dropbox und Co genutzt werden. Dies jedoch oft jeder LehrerIn für sich und im Kleinen, so dass leider niemand dagegen vorgeht. In BW hatte man schon früh reagiert und allen LehrerInnen Threema Business zur Verfügung gestellt, aber nicht für Schüler:innen… Ebenso wurde parallel zu Teams auch die Plattform Moodle eingestellt, Alternativen waren Mangelware. Heute bietet das Kultusministerium mit OpenSource Werkzeugen Alternativen an, die laut meiner Informationen von Eltern, nicht gut funktionieren und man doch wieder zu Zoom und Teams welchselt, um überhaupt Unterricht leisten zu können.

Konsequenzen für die 40 Schulen und andere Schulen 

Konkret müssen die 40 Schulen sich eine Alternative suchen bis zum Schuljahr 2022/2023, so der LDSB BW. Sie können jedoch auch Teams einsetzen, wenn ein konformer Betrieb nachgewiesen werden kann, was eine Schule alleine wahrscheinlich eher nicht hinbekommt (kein Budget, kein Expertise, keine Zeit). Im Endeffekt wird sich zeigen, wie der LDSB es am Ende wirklich durchsetzen will, da die Schule als Behörde die Bußgelder realistisch nicht fürchten muss. 

Für Bildungseinrichtungen aus anderen Bundesländern hat dies mittelbare Auswirkungen, so dass sich zeigen wird, wie deren LDSBs reagieren werden und sich anschließen oder nicht. In vielen Bundesländern läuft eine Duldung auch noch einige Schuljahre und dann kommt man auch hier zur Frage des Datenschutzes zurück. 

Im Endeffekt müssen Schulen nun wieder einmal klären, ob in ihrem Szenario ein datenschutzkonformer oder zumindest mit akzeptablen Risiken möglich ist.

Microsoft EDU arbeitet mit Microsoft Corp eng zusammen und steht auch im engeren Kontakt zum LDSB BW, so zu Dr. Windows, und auch zu mir, um dennoch eine Lösung zu finden. Ebenfalls hört man, dass die DSK hoffentlich bald auch eine abschließende Meinung finden wird. In der Zwischenzeit geben immer mehr Behörden Teams zur Nutzung frei auch für sensible Daten und die DAK fängt auch mit Beratung von Versicherungen über Teams an oder in Bayern wird Teams für virtuelle Gerichtsverhandlungen eingesetzt.

Die Pressemitteilung des LDSBs BW

Nutzung von MS 365 an Schulen – Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg

 

DSFA

Die DSFA wurde über eine Frag-den-Staat Prozess des Informationsfreiheitsgesetzes in einer geschwärzten Form veröffentlicht:

https://fragdenstaat.de/anfrage/datenschutzfolgeabschatzungen/644906/anhang/DSFA_und_Anlagen.zip

Podcast

https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/podcast-datenfreiheit-folge-13-ergebnis-praxistest-ms-office-365-an-schulen/

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