Ein kleines Projekt zwischen den Feiertagen war nicht nur das Löschen, was finde ich über einen M365 Tenant heraus, wenn ich nicht Mitglied bin und was erzählen MitarbeiterInnen auf LinkedIn und Insta über Ihre Arbeitgeber. Das Problem besteht übrigens natürlich nicht erst seit 2026.
Firmengeheimnisse in Sozial Media – ein großes Problem
Alle Unternehmen haben eine Sozial Media Richtline und schulen zu den Themen, aber umso mehr Arbeitnehmer und auch Dienstleister müssen und sind intrinsisch motiviert insbesondere auf Arbeitsnetzwerken wie LinkedIn zu zeigen, wie toll sie und ihr Job sind, welche Erfolge man feiert und welche tollen Reisen und Kunden man besucht. Dies so motiviert oder einfach unvorsichtig zu sein ist in einer weltweit vernetzten Welt ein Problem, welches immer größer wird.
Geheimnisse sind nicht immer geheim.
Dies bedeute aber auch, dass es eine Verletzung der Geheimhaltung (Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen) und auch zu Datenschutzverstößen kommen kann.
Auswertung 6 Monate LinkedIn
Ich habe mit vier Accounts LinkedIn geprüft und dies zeitweise auch mit LinkedIn Premium. Dazu habe ich viele Gespräche geführt mit Personen mit LinkedIn Accounts. So kamen rund 376 Datensätze zusammen und eine eindeutige Häufung aber keine reprentative Studie. Ich danke jedenfalls den vielen „Linkes“ aus meinem Bekanntenkreis, die mir so unendlich viele Inhalte von Dritten ins Profil spülten… Keine Angst ich veröffentliche nichts.
Ergebnisse
Im Rahmen dessen zeigt sich eine Häufung:
- Projekte und Ziele
- zukünftige Strategien
- Kunden und Projekte
Besonders ergiebig sind diese Branchen nach Rangfolge:
- Versicherungen
(Extrema: wenige extrem viele Infos und NDA Verletzungen, wenige gar keine Infos, viele mit einigen Infos/kein NDA) - IT Hersteller wie Microsoft, Google, AWS, IT Stack und mehr
(oft hoffentlich mit Freigabe der Kunden, in den Stichproben von 25 Stück lag es vor) - IT Dienstleister
(häufige NDA Verstöße, insbesondere bei den größeren Dienstleistern, insbesondere mit Corporate Influencer Program) - Retail
Wenige Infos in der Regel (Häufung, mit Ausnahmen)
- Rechtsanwälte
- Automobilbranche
- Flugzeug, Weltraum, Luftfahrt und Schiffahrt
- IT Security
(eher Beschwerden und Kommentare bei Dritten, bedacht auch OSIT)
Was kann man nun als Unternehmen dagegen tun?
Man könnte Sozial Media verbieten? Man müsste Corporate Influencer Programme beenden? Dies ist heute jedoch nicht mehr wegzudenken und viel Geschäft und Bewerbungen laufen über diese Kanäle.
Also -> Sensibilisierung und Aufklärung!
- Schulung, Schulung, Schulung
- DLP und Datenklassifikation
Warum 2026 besonders herausfordernd für die Trennung zwischen Privat- und Berufsprofil?
2026 wird zu einem besonders herausfordernden Jahr für die klare Trennung zwischen Privat- und Berufsprofil, weil sich berufliche Kommunikation und persönliche digitale Präsenz zunehmend überschneiden. Immer mehr Unternehmenstools – von Microsoft 365 bis hin zu KI‑gestützten Assistenzsystemen – integrieren sich tief in alltägliche Kommunikationskanäle, die auch privat genutzt werden. Mitarbeitende bewegen sich damit häufiger in hybriden digitalen Räumen, in denen berufliche Identität, persönliche Meinungen und private Inhalte schnell ineinanderfließen. Gleichzeitig erwarten Arbeitgeber eine professionelle Repräsentation, selbst in halbprivaten Netzwerken wie LinkedIn oder in öffentlichen Kommentaren, was den Druck erhöht, beide Rollen permanent im Blick zu behalten.
Hinzu kommt, dass KI‑gestützte Systeme 2026 stärker denn je in der Lage sind, Daten aus verschiedenen Profilen zusammenzuführen, Muster zu erkennen und Identitäten zu verknüpfen. Dadurch werden vermeintlich getrennte Accounts oder Aktivitäten technisch leichter miteinander assoziierbar – unabhängig davon, ob dies freiwillig geschieht oder nicht. Gleichzeitig erhöht der wachsende regulatorische Rahmen, etwa durch EU‑Vorgaben zu KI und Datenschutz, die Anforderungen an die korrekte Nutzung beruflicher Profile. Mitarbeitende stehen damit im Spannungsfeld zwischen Compliance, Transparenzanforderungen und dem legitimen Wunsch nach einer privaten digitalen Sphäre.
Welche rechtlichen Grenzen und Datenschutz-Aspekte Arbeitgeber unbedingt beachten müssen?
Die klare rechtliche Grenzen im Umgang mit Mitarbeiterdaten beachten, insbesondere im Rahmen der DSGVO und des deutschen BDSG. Grundsätzlich gilt: Jede Verarbeitung personenbezogener Daten benötigt eine eindeutige Rechtsgrundlage, sei es eine gesetzliche Verpflichtung, ein berechtigtes Interesse oder eine freiwillige, informierte Einwilligung. Gerade im Arbeitsverhältnis ist eine Einwilligung jedoch problematisch, weil sie aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses oft nicht als „freiwillig“ gilt. Arbeitgeber müssen deshalb genau prüfen, ob beispielsweise die Auswertung von Kommunikationsdaten, Logfiles oder KI‑gestützte Analysen durch legitime Zwecke gedeckt sind und ob sie das Prinzip der Datensparsamkeit wahren. Transparente Informationspflichten nach Art. 13/14 DSGVO sind zwingend: Mitarbeitende müssen jederzeit verstehen können, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden.
Zudem ist der Einsatz moderner Technologien – etwa KI‑Tools, Profiling‑Funktionen oder Monitoring-Software – nur innerhalb enger Grenzen zulässig. Eine lückenlose Überwachung oder die Auswertung privater Kommunikationskanäle ist in Deutschland grundsätzlich verboten, selbst wenn diese gelegentlich dienstlich genutzt werden. Werden KI-Systeme eingesetzt, müssen Arbeitgeber zusätzliche Anforderungen erfüllen: Risikobewertungen, technische und organisatorische Maßnahmen, klare Zweckbindung sowie Schutz vor automatisierten Fehlentscheidungen. Besonders sensibel ist die Trennung zwischen dienstlichen und privaten Profilen: Arbeitgeber dürfen keine privaten Social‑Media‑Informationen für Leistungsbewertungen nutzen und Beschäftigte nicht zur Nutzung bestimmter Online‑Identitäten verpflichten. Nur wenn diese Grenzen eingehalten werden, bleibt die Balance zwischen Unternehmensinteressen, Mitarbeiterschutz und gesetzlicher Compliance gewahrt.
Besonders wichtig ist, dass MitarbeiterInnen nicht in den Mitarbeiter-Excess gleiten und dann selbst verantwortlich sind und durch den Bruch der NDA und Datenschutzverletzungen zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zu Kündigungen kommen kann.
Wie Arbeitnehmer*innen ihre Rechte schützen und trotzdem professionell auftreten können?
Arbeitnehmer*innen können ihre Rechte auch 2026 wirkungsvoll schützen und gleichzeitig professionell auftreten, indem sie die grundlegenden Datenschutz‑ und Persönlichkeitsrechte, sowie die Geheimhaltung aktiv wahrnehmen.
Dazu gehört, die eigenen Profile bewusst zu trennen, die Privatsphäre‑Einstellungen in sozialen Netzwerken regelmäßig zu überprüfen und sensible Inhalte nur im privaten Umfeld zu teilen.
Mitarbeitende sollten zudem ihre Informationsrechte nach DSGVO nutzen: Sie dürfen jederzeit Auskunft darüber verlangen, welche Daten ihr Arbeitgeber verarbeitet, zu welchem Zweck und wie lange. Ebenso können sie unzulässige Überwachungsmaßnahmen – etwa die Auswertung privater Messenger oder Social‑Media‑Aktivitäten – zurückweisen. Ein souveräner Umgang mit Klarnamen, Unternehmensbezug und persönlichen Meinungen hilft zusätzlich, klare Grenzen zu setzen und dennoch sichtbar zu bleiben.
Gleichzeitig können Arbeitnehmer*innen professionell auftreten, indem sie ihre beruflichen Profile bewusst gestalten und aktiv nutzen – etwa durch das Teilen fachlicher Inhalte, Weiterbildungen oder Projekterfolge. Wichtig ist, dass sie transparent, respektvoll und konsistent kommunizieren, ohne private Themen zu stark einfließen zu lassen. Empfehlenswert ist zudem, interne Richtlinien zu kennen: Social‑Media‑Guidelines, KI‑Policies oder Kommunikationsvorgaben geben den Rahmen vor und schützen davor, unbeabsichtigt Regelungen zu verletzen. Wer seine Online‑Identität bewusst und reflektiert managt, kann sowohl die eigenen Rechte wahren als auch ein kompetentes, professionelles Erscheinungsbild nach außen pflegen.
Insbesondere Bilder und Videos und die dort auch im Hintergrund gezeigten Inhalte sind zu prüfen.
Ein ganz besonderes Risiko sind Corporate Influencer Programme, die die ArbeitnehmerInnen gerade in diese Gefahr bringen und besondere Schulungen und Sensibilität erfordern. Den ArbeitnehmerInnen ist es oftmals nicht bewusst, wie gefährlich dieser Bereich für sie persönlich werden kann.
// Blog wird noch erweitert!